Saarbrückener DEM-Mosaik [3]

Eindrücke aus der Ferne von der 86. Deutschen Schachmeisterschaft von RAYMUND STOLZE

 

Rasmus Svane
Rasmus Svane

Ich hatte Sie bei meinem ersten Beitrag Saarbrückener DEM-Mosaik informiert, dass diese Meisterschafts-Rubrik unregelmäßig erscheinen wird. Da konnte ich noch nicht wissen, dass mir seit gestern [4. Dezember] mit dem DSB-Bundesnachwuchstrainer ein Mitstreiter zur Seite steht. Und natürlich habe ich Bernd Vökler nicht nur für seinen Artikel gedankt, sondern ihn bebeten, auch weiterhin aktiv aus der Nähe zu berichten. Er betreut ja vor Ort das große deutsche Nachwuchstalent Vincent Keymer. Und der elfjährige Junge, der im Oktober eine Trainingsstunde mit keinem Geringeren als Exweltmeister Garri Kasparow erleben durfte, hat mit 1,5/2 einen optimistischen Start. Heute freilich steht Vinzent mit Schwarz gegen Großmeister René Stern aus Berlin sicherlich eine schwere Prüfung bevor Ich bin gespannt, wie er sie bestehen wird. Hier folgt Teil 3 unseres Saarbrückener DEM-Mosaiks – diesmal wieder aus der Ferne!

 

+ + + WIEDERHOLUNGSTÄTER +++

 

36:44 – das ist kein Geheimcode, sondern das Zahlenverhältnis der Meisterschaftsteilnehmer von 2015:2014. Dass das reduzierten Feld der Aktiven bei neun Runden im Schweizer System sportlich fairer angesichts des Modus ist, den es so schon eine Ewigkeit gibt – genauer gesagt seit 1993 – steht außer Frage. Ich habe mir einmal angeschaut, welcher Starter von Saarbrücken schon vor einem Jahr dabei war. Und hier sind die Wiederholdungstäter mit ihrem aktuellen Setzranglistenplatz und ihrer damaligen Platzierung

 

2015       2014

Daniel Fridman               1             1

Igor Khenkin                   2           5

Witali Kunin                   4             3

René Stern                      5           7

Rasmus Svane               6           13

Hagen Poetsch               7           10

Klaus Bischoff             8           15

Dmitrij Kollars             10           8

Vicent Keymer             16         34

Herbert Bastian           17         11

Reinhold Müller       20           43

 

Immerhin sind das elf Wiederholungstäter, wobei aus den TOP 10 von Verden/Aller sechs es erneut wissen wollen …

 

                                               +++ PREISGELDER +++

In seinem DEM-Mosaik aus der Ferne hatte Bernd Vökler bereits die Gesamtsumme des Preisfonds genannt. 15.000 € sind es also, die verteilt werden können, und das an insgesamt acht Glückliche. Mit 5000 € geht ein Drittel dabei an den Deutschen Meister 2015. Die weitere Staffelung ist 3000 – 2500 – 2000 – 1500 – 1000 – 600 – 400. Sollten Spieler punktgleich sein, so erfolgt die Aufteilung nach dem Hort-System bis Platz 8. Der Erstplatzierte erhält, so steht es in der Ausschreibung, wo als Schirmherrin auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer genannt wurde, neben dem Titel „Deutscher Meister 2015“ noch einen „Freifahrtschein“ zur Deutschen Einzelmeisterschaft 2016. Wo diese stattfinden und wer sie ausrichtet wird, steht allerdings noch in den Sternen …

 

+++ EIN QUARTETT MIT 100 PROZENT +++

Dass nur noch ein Quartett nach zwei Runden verlustpunktfrei ist, also 2/2=100 Prozent aufweist, hat sicherlich auch mit der reduzierten Teilnehmerzahl zu tun. Und so kommt es dann schon in der Sonnabend-Runde 3 zu zwei Spitzenpaarungen. Daniel Fridman vs. Rasmus Svane und Klaus Bischoff vs. Witali Kunin lauten sie. Kann sein, dass danach keiner mehr eine „weiße Weste“ hat, oder höchstens zwei. Für Spannung ist in jedem Falls gesorgt.

 

+++ LIVE IS LIVE +++

Ich gebe zu, dass ich nicht sicher gewesen bin, ob die Live-Berichterstattung unseres bulgarischen Partners ChessBomb zustande kommen wird. Aber zum Glück habe ich mit Schach-Ticker-Webmaster Franz Jittenmeier einen Partner zur Seite, der alles unternimmt, damit Sie das Gefühl von „Live is Live“ genießen können. Und die Präsentation auf http://dm2015.chess-international.de/live/ lässt nun wirklich keine Wünsche übrig. Beim Seitenaufruf sind sofort alle 18 Paarungen präsent. Man kann seine Wunschpartie anklicken und ist dann sofort „drin“ in Partiegeschehen. So läuft auf dem „Internet-Demobrett“ – ich will das so einmal bezeichnen – das Geschehen Zug um Zug ab. Dazu kann man die Analysen von den drei „eisernen Gesellen“ Houdini, Komodo und Stockfish verfolgen, die in ihren Stellungsbewertungen und Variantenberechnungen häufig anderer Meinung sind. Das ist dann unter dem Link „Graph“ über den ganzen Partieverlauf vergleichbar. Links wird wie in einem Partieformular mit den beiden Gegner und Angabe der Elozahl die Notation „mitgeschrieben“ und die Zeitangabe notiert.

 

Bleibt nur zu hoffen, dass es in den folgenden sieben Runden auch so problemlos läuft. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit der „Einschaltquote“ und hoffen, dass an diesem Wochenende Saabrücken mehr als 10.000 Aufrufe verzeichnen wird. An den ersten beiden Meisterschafstagen waren wir jedenfalls nur knappe 200 davon entfernt …

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